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Raphael Zehnder
WOZ vom 16.10.2008

Wer schreibt Lieder mit so vielsagenden Titeln wie «Bill's Busentempel», «Ich war nie'ne graue Maus» und «Onkel Horsts Testament»? Die Sängerin Musu Meyer von der Zürcher Gruppe Sein. Die neue CD dieses Sextetts klingt nach Metropole, nach den zwanziger Jahren, nach Lichtern, Hafen, Rauch und Alkohol, ein wenig nach Brecht-Weill, nach Schwerenötern und dem Zustand zwischen der x-ten Flasche und dem Morgennebel, nach wildem Treiben und nach Einsamkeit.
«Die Rechnung bitte» ist eine betörende CD. Es ist bereits der siebte Tonträger dieser Gruppe. Ihre Musik dürfte jetzt, nach Jahren im wohligen Dunkel am Rande des Konzertbetriebs, eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Erklären lässt sich dies simpel: Solche Musik macht sonst hierzulande niemand, und Sein sind, um es in der Früchte-und-Gemüse-Terminologie zu sagen, jetzt vollreif. In wunderbaren akustischen Arrangements - Akkordeon, Mandoline, Geige, Kontrabass, Querflöte, Klavier - erschaffen Sein eine Welt, die es längst nicht mehr gibt - und vielleicht nie gab: Zwischen Alfred Döblins «Berlin Alexanderplatz» und Freddy Quinns «Junge, komm bald wieder» können einem unzählige Bilder einfallen. Kitsch ist es nicht, melodramatisch schon.
Sein erschaffen eine hübsche Stilisierung deutschsprachiger Retroassoziationen, unter Ausklammerung der zwölf finsteren Jahre natürlich. Sie singen vom Sein, von der durstigen Existenz: frivole, schlagerartige Lieder, eine dunkle Cabaretrevue in Schwarz-Weiss, wo die Rosen, die Lippen der Damen, der Wein und das Blut rauflustiger Trunkenbolde die einzigen Farbtupfer sind. Die Texte könnten einem Comicstrip die Worte leihen: «Einer, einer geht noch rein / Wer wird denn da so vernünftig sein? / Ein kurzer Schnaps, ein kleines Bier / Sei doch nicht störrisch und tu es wie wir». Herrlich ungesund und unmodern! Am Mischpult sass übrigens David Langhard alias Admiral James T., ein König des Rock 'n' Roll. Das deutsche Chanson kann also auch an der Limmat entstehen.


Loop Februar 07
zur Konzertreihe im Helsinki


Werweisen mit Sein

Sein verstehen es, ihre Musik im passenden Ambiente zur Aufführung zu bringen. Nachdem das ganz vorzügliche neue Album «Komm Bruno, lass und tanzen» im EI Lokal - der allerletzten Insel in der Sihl - getauft wurde, spielt das Sextett im Februar jeden Samstag im Helsinki, der einzig verbliebenen Insel in Zürich West. Die gemütliche Garage bietet das ideale Umfeld für Musu Meyers Moritaten von Liebe, Suff und Wahnsinn. Denn die Sängerin schätzt eine ungezwungene Atmosphäre, wo die Leute zwischen Rauchschwaden und Bierflaschen aufmerksam zuhören und zwischen­durch auch mal ein bisschen plaudern. Und zu diskutieren gibts immer was. Denn erstens versteht man die deutschen Texte der Zürcher Lotte Lenya auch beim Konzert, und zweitens lässt die Meyer's-Wirtin gerne Im­pressionen aus dem Bar-Alltag in ihre Lieder einfliessen. Nachtschwärmer können also im Helsinki werweisen, ob es ihre Abstürze sind, die da auf der Bühne besungen werden. Alle anderen entdecken die attraktive Alternative zu all den notorischen Brecht-/Weill-Liederabenden. (ash)




Presse Archiv

Presse aus vergangenen Tagen



Albert Kuhn
WELTWOCHE, 25.9.2008:

Das beste Berliner Orchester kommt aus Zürich, und Berlin weiss es nicht. Nicht mal halb Zürich.

Veit Stauffer
REC-REC Newsletter, 2. 2007:

Nach 50 Jahren Wartsaal 2. Klasse hat Zürich endlich auch eine Urenkelin von LOTTE LENYA hervorgebracht, DAGMAR KRAUSE (Slapp Happy) darf ruhig auch als Patin ins Spiel gebracht werden..

Albert Kuhn
WELTWOCHE Nr. 11.07:

Was Sein in ihren schaurigen Lamentos in aller Ausführlichkeit an menschlicher Kälte, Eigennutz, Lügen, Betrug, Verdorbenheit und Falschheit auftischen, erhält heute, angesichts des Resultats von sechzig oder siebzig Jahren Fortschritt, eine geradezu wärmende Herzensqualität.

Markus Ganz
Neue Zürcher Zeitung, 31.7.07:

«Ich habe natürlich übertrieben, wenn ich nach den drohendem Rauchverbot sogar ein Saufverbot prophezeie. Aber es steht derselbe Geist dahinter. Vernunft hat im Nachtleben nun einmal keine Priorität.»

Jan Strobel
Tagblatt, 2.8.2007

«Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da», lautet der Titel eines alten deutschen Gassenhauers. Kaum jemand weiss das besser als Musu Meyer, Sängerin der Band Sein und Betreiberin der Meyer’s Bar beim Lochergut. Denn das Meyers ist nicht bloss eine Quartierbeiz, es ist ein ganz eigenes Universum, eine kleine Bühne für Nachtschwärmer mit all ihren Freuden, Nöten und Ängsten, Hier werden Figuren der Nacht geboren.

Reto Anschwanden
SURPRISE 145/07:

Musu Meyer ist die Chefin einer berühmt-berüchtigten Zürcher Bar und Sängerin der Band Sein. Auf der neuen CD spielt sie Lieder von Liebe, Suff und Tod und klingt einmal mehr wie die junge Lotte Lenya.


Philippe Amrein
Züritipp, 21.12 2006:

Nach dem Drink ist vor dem Drink, weiss die Zürcher Band Sein. Ihre neue CD heisst "Komm, Bruno, lass uns tanzen".

Eiermaus

Tierry Frochaux
PS vom 25.09.2008

Das simple Dasein am Biertropf sieht trotz saisonal düsteren Aussichten wieder helleren Zeiten entgegen. Natürlich sind wir Musu Meyer dankbar, wenn sie uns hehre Argumente aufzählt, den tapferen Schluck über den Durst zu rechtfertigen, oder das Dableiben noch viel schöner ausmalt als eine Reise nach Hawaii. Aber auf dieser neuen «Sein»-CD verströmen etliche Melodien eine derartige Tanzlust, dass man fast schon versucht ist, die Mundwinkel nach oben zu stemmen und vielleicht sogar in einem Anfall von Frohgemut den Tresennachbarn in dieser verrauchten Eckkneipe anzusprechen. Das wird ein Fest. Damit wir mit unserer Heiterkeit nicht überborden , mahnt das Schanklied mit "Die Rechnung bitte" an die Endlichkeitkeit solcher Glücksmomente. froh.
rauchen tut gut

Downloads
aschenbecher!
Das folgende Material
soll und darf nur zu
Promo-Zwecken
verwendet werden!


Bühnen-Raider
Sein Bühnen-Raider 2009
Downloads zur
neuen Sein-CD
"Die Rechung bitte"


Promo-CD Zubehör:
1. Promo CD Cover (pdf)
2. CD Liedertexte (pdf)


Promo-Text
1. Sein_Promo_2008.doc

Promo-Photos
(300 dpi)

die rechnung bitte - cover


Musu Meyer


musu meyer - sein


musu meyer - sein


sein


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«Fotografie:
Susi Bodmer»