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| Band-Chronik
(2) Anlass zu Musu's Alleingang mit "das süsse Leben" hatten diverse Zerwürfnisse gegeben, die die Produktion des Erstlings "Misanthropolis" nach sich gezogen hatte. Dessen Fertigstellung war in eine Zeit gefallen, als die Götter in ihrer Mehrzahl nicht sonderlich begnadete DJ's waren und jeder, der sich ein Instrument umhängte, in den pauschalen Verdacht geriet, sich auch Konzertkarten für Eric Clapton zu kaufen. Kurz: etwas ewiggestrigeres und armseligeres als ein Mensch mit einem Saiteninstrument liess sich nicht denken. Das damalige Trio fand den Tritt nicht mehr und hatte sich sozusagen aufgelöst. Folgerichtig plemperten Pattu und Fab zu jener Zeit mit elektronischen Gerätschaften und deren Bedienungsanleitungen herum. Fab driftete in den Ethno-Bereich ab, Pattu fing an zu programmieren. Musu versuchte sich währenddessen im Schauspielfach und schrieb auch das Drehbuch zum Film "Intriegenschmiede", dessen Soundtrack auch auf "das Süsse Leben" vorkommt. Pattu und Musu traten zu dieser Zeit vereinzelt mal wieder mit betont minimalistischem Instrumentarium auf: mal unter der Präambel einer Lesung, zuweilen auch in Form eines Konzerts. Dabei hatte es doch kurz vorher noch wirklich rosig ausgesehen: mit der CD "Misathropolis" war ihnen soeben ein recht würdiger Rückblick auf das Schaffen der frühen Jahre gelungen. Auf artifizielle Weise zwar, denn eine Person, die nach ihren Wünschen den Bass gespielt hätte, so dass sie wieder hätten auftreten können, liess sich beim besten Willen nicht finden. So war die CD ein Konstrukt, das nie auf die krachende und unmittelbare Weise der früheren Auftritte getauft oder aufgeführt werden konnte. Dennoch, die CD war ein längst fälliges Zeugnis der Zeiten vorher, als Sein in hartnäckigster Weise immer wieder neue, irritierende Programme erarbeitete. Kurz vor den Aufnahmen war es das ehrgeizige "Minna Murr"-Programm, eine Art Rockoper der Behinderungen, dessen Fertigstellung am Durchhaltewillen scheiterte, vor allem jenem der wechselnden BassistInnen. Kein Jahr vorher, mit Inge Mokry am Bass, gelangen ihnen zwischenzeitlich noch ein paar ganz ansehnliche Live-Auftritte, der hübscheste zusammen mit "Test Departement" in Bregenz. |
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